Mo

23

Aug

2010

die letzten 2 Wochen

Der Countdown laeuft. Meine letzten Tage in Indien... ohje, bei dem Gedanken wieder in Deutschland zu sein vermisse ich Indien schon jetzt!! Was fuer ein tolles Jahr in einem so wunderbaren Land!!! Mit Indien habe ich ein Land gefunden, in das ich immer wieder zurueckkehren und mich wie zu hause fuehlen werde! Hier habe ich so viel gelernt, habe mich persoenlich weiterentwickelt, bin selbstsicherer und -staendiger geworden, habe mein Privileg in Deutschland geboren zu sein und das Leben das es mit sich bringt zu schaetzen gelernt. Ich habe auch erfahren wie es ist nur mit dem noetigsten zurecht zu kommen und dass es geht und dass diese Menschen, die so Tag ein, Tag aus leben, zwar zu bewundern und auch oft zu bemitleiden sind, aber auch den groessten Respekt verdient haben und Menschen mit Wuerde sind.

Indiens Natur hat es mir besonders angetan. Trekken im Himalaya, Faulenzen am Strand, mit den Kanus durch die Backwaters....Abenteuer von denen ich Tagelang zu berichten wuesste...

Das Reisen war toll, vorallem weil ich auf diese Art und Weise die indische Kulturen, Religionen und Mentalitaeten erst richt kennen lernen konnte. Ich war bei Sikhs zu Gast und habe im Komplex des goldenen Tempels Knoblauch gepuhlt, habe in Kerala bei Christen Wasserbueffel verspeist, mit Hindus habe ich Diwali gefeiert und sass bei Muslimen zuhause und habe Tschai getrunken.

In Bergdoerfern habe ich meine Kleidung in Flussen gewaschen und habe mich in Huetten auf 3500 m Hohe am Feuer aufgewaermt. In den grossten Staedten der Welt wie Mumbai, Delhi, Bangalore und Kalcutta bin ich durch Baazare geschlendert, wurde in den Schlaf "gehupt" und habe kulinarische Koestlichkeiten probiert...

Ja, das Reisen war toll.

Aber auch die Arbeit bei meiner Organisation war eine grossartige Erfahrung.

Sie war hart. 40 Kinder in einem winzigen Raum mit praktisch Nichts zu beschaeftigen ist nicht einfach. Vorallem wenn dann auch noch Sprachbarrieren hinzu kommen.

Wenn gleich ich nun schon froh bin, die Verantwortung an die naechsten Freiwilligen abgeben zu duerfen, war es doch eine unglaublich schoenne und erfuellende Taetigkeit. Glueckliche Kinder sind einfach das schoenste. Dennoch bin ich nach diesem Jahr nun ziemlich erschoepft und werde diese Art von Taetigkeit nie unterschaetzen.

Ich bin stolz auf das, was wir hier alles erreicht haben: Sandkasten, Waende mit kindgerechten Motiven, Spielzeug, fuer die Einstellung besserer Lehrer und den Beibehalt ausgewogener Ernaehrung gesorgt...

All dies war nur moeglich durch die vielen Spenden von Verwandten, Bekannten und Freunden. Vielen, vielen Dank.

Auch in Zukunft werden Joanna und ich in engen Kontakt mit ABHAS bleiben und weiterhin zusammenarbeiten.

 

Besonders die Menschen waren es, die dieses Jahr in Indien zu meinem Schoensten gemacht haben. Inder sind einfach so unglaublich herzlich, liebevoll, verrueckt, lustig... einfach besonders. Zwar habe ich in ihnen wohl eher Bekannte, als Freund gefunden, doch hoffe ich besonders mit Bhasker, unseren Hindi-Lehrer, mit all den Mitarbeitern von Abhas, mit unserer Nani und mit unseren Guides von den Trekkingtouren in Kontakt zu bleiben.

Ueberglucklich bin ich ueber die Fuegung mit Joanna das letzte Jahr gemeinsam verbringen zu duerfen. In ihr habe ich einen meiner besten Freunde gefunden. Praktisch jeden Tag waren wir 24 Stunden zusammen. Wir haben zusammen Erfahrungen gemacht die uns keiner mehr nehmen wird, haben uns in Schwierigen Zeiten gegenseitig unterstuetzt, wunderschoene Momente geteilt und auch eine unglaublich lustige Zeit verbracht. Erst durch Joanna ist dieses Jahr zu dem geworden was es ist.

 

Und auch mit anderen Freiwilligen sind Freundschaften entstanden, die sicher auch in Deutschland bestehen bleiben werden.

 

Noch ein Wort zum Wetter: Es regnet nun jeden Tag, ist staendig bewoelkt und oft schuettet es so sehr, das Strassen zu treissenden Baechen werden. Joanna ist schon fast in einem verschwunden :)

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Di

27

Jul

2010

Regenzeit

Oh je, wird mal wieder Zeit, dass ich mich melde. Nun, die letzte Jahreszeit, die ich hier in Indien noch miterlebe, aht begonen: Die Monsunzeit. Sehnsuechtig habe ich darauf gewartet. Die letzten Wochen daor waren wirklich kaum auszuhalten!! Nun ist es nicht mehr ganz so heiss. Nur noch warm, um die 38 Grad. Wenn es regnet ist es richtig schoen, leider regnet es nicht immer. Wenn die Sonne hervor kommt ist es dann wie in einem Tropenhaus, man trieft, weil es so schwuel ist.

Auf der Arbeit laeuft nun alles wieder. Von Tag zu Tag kommen mehr Kinder. Die neuen Lehrerinnen sind super un scheinen sehr motiviert. Wir haben auch noch einmal richtig viel Spielzeug gekauft, sodass das neue Jahr gut starten kann.

Im Tennis werden Joanna und ich immer besser, wir koennen jetzt schon richtig gegeneinander spielen. Wer haette das gedacht, dass ich in Indien Tennis lernen werde!

Nun sind es ur noch 5 Wochen bis ich wieder nach Deutschland komme, und ich muss sagen, ich freu mich! Indien ist toll, aber gerade wenn man in einer Stadt wie Delhi lebt, muss man schon ganz schoen viel Kraft und Energie aufwenden. Die Hitze, der Laerm, die Verschmutzung..:) Ach Indien.

Joanna und ich werden wohl noch fuer 1-2 Wochen aus Delhi verschwinden, noch mal nach Rajasthan, noch einmal in die Berge.. und dann ist es schon so weit. Ich bin gespannt und freu mich.

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Mi

23

Jun

2010

Heiss, heiss,heiss...

Das ist es hier wirklich. Sogar die Inder stoehnen. Die Temperaturen pegeln sich um die 45 Grad ein. Besonders nachts ist es schlimm. Schweiss gebadet wache ich auf. Vor 2 Tagen war Stromausfall und der lebensnotwendige Ventilator ist ausgefallen. Habe sogar mit dem Gedanken gespielt, mich in die Wassertonne zu stellen.

So eine Hitze  macht es einem natuerlich nicht leicht, produktiv zu arbeiten. Trozdem sind wir gerade dabei den Jahresbericht fuer ABHAS zu schreiben.

Ansonsten ziehty es mich erstaunlich oft in die Mall. Muss an der Klimaanlage liegen:)

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So

06

Jun

2010

Himalaya

Wow, ich war da. In der Bergwelt meiner Kinder-und Jugendtraeume. Stiunden, Tage und eiskalte Naechte hatte ich zusammen mit meinen Buchhelden hier schon verbracht, aber nun leibhaftig hier zu sein, diese wunderbare duenne, frische Luft einzuatmen (nach Smoggi Delhi wirklich ein Erlebnis), war noch einmal was ganz anderes.

Erst waren wir im Hindu-Pilgerort Rishikesh, wo wir eine Raftingtour machten und uns mit Yoga fit hielten, dann ging es auf in das 1800 m hoch gelegene MC Leod Ganj, der Ort in dem die tibetanische Exilregierung ist. Wunderschoene Tage habe ich hier mit Koch- und Schmiede-Kursen, Shoppen und gutem Essen verbracht bei angenehmen Temperaturen.

Viel habne wir und mit der Tibetanischen Situation auseinader gesetzt. Ich war von mir selbst erschrocken, wie wenig ich selbst darueber wusste, wie wenig ich mich damit vorher auseinander gesetzt hatte.

Wie kann die Welt nur solche ungerechtigkeiten zu lassen? Ich bin auf Meschen getroffen, die als Jugendliche heimlich aus Tibet geflohen sind. 30 Tage ueber die kalten Berge bis nach Indien. Nie mehr duerfen sie zurueck, nie wieder in richtigen Kontakt mit ihren Familien treten und trotzdem hatten sie sich fuer dieses Risiko entschieden. Einfach nur um frei zu sein. Frei in einem fremden Land....

 

Wir waren fuenf Tage lang trecken. Wow. Eines der besten Erlebnisse, die ich hier in Indien hatte!

Bis auf 4300 Meter waren wir. Die Natur ist unbeschreiblich, also lass ich es lieber um sie nicht zu klein zu machen...

 

Danach bin ich noch mit einem unserer Guides in sein Dorf. Auch das war ein Erlebnis. In der 350 Seelen Gemeinschaft gibt es keine einzige Toilette. Dafuer musste ich eien halbe Stunde durch die Felder laufen um mich dann irgendwo versteckt hinzuhocken.

Toiletten gab es also nicht, dafuer umso mehr Fliegen. Tausende von ihnen begleiteten mich auf Schritt und tritt, teilten mein Essen, mein Bett und machten es sich ansonsten auf meiner Wenigkeit gemuetlich. Kein Wunder das ich danach an meiner schlimmsten Schiteritis hier in Indien leidete...

Die Fliegen waren uebrigens kein Wunder: Die Kuche war direkt ueber den Kuhstall gebaut.

Versteht mich nicht falsch. Was mir in diesem Dorf nur so extrem wie selten woanders aufgefallen ist, war dieser grosse kulturelle Unterschied. In jeder Hinsicht. Gewaschen wird sich draussen an einer Pumpe. Meist nur die Haare, das Gesicht und die Fuesse, diese Koerperstellen dann aber besonders ausgiebig. Die Kindererziehung laeuft so nebenbei, ungewaschen gehne sie ins Bett wann sie es wollen, den ganzen Tag sind sie sich selbst ueberlassen. Nachmittags gibt es nicht viel zutun Die Maenner spielen dann Karten, die Frauen sitzen zusammen, kochen, waschen...

Ich liebte dieses Dorf, ich liebe seine Meschen. Alle waren so unglaublich freundlich zu mir. Zwei mal musste ich zum Abendbrot essen. Erst bei der einen Familie, dann bei der anderen. Sie nahmen mich in ihre Mitte auf, trotz meines bescheidenen Hindis konnten wir kommunizieren und als letztes wuerde ich die Menschen als ARM bezeichnen. Nein, sie waren nicht arm. Als solche habe ich sie nicht empfunden. Es war normal so und es war auch gut so.

 

Gern wuerde ich noch einmal in das Dorf zurueck um fuer ein, zwei Wochen dort zu leben. Ich bin gespannt. Vielleicht klappt es ja.

Nur mit dem Essen und Trinken muss ich mir noch etwas ueberlegen :)

 

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Fr

30

Apr

2010

Jana schreibt:

Hallo!!!

Ich bin jetzt seit Freitag hier bei Sarah und es ist wahnsinn!!! Wahnsinnig schoen, spannend, aufregend, anregend…

In dieser einen Woche habe ich schon wirklich viele Eindruecke gesammelt und mich schon ein kleines bisschen eingelebt in der indischen Welt.

Am Freitag hat Sarah mich vom Flughafen abgeholt, war echt cool, wie sie da so in ihrem Salva Kamiz stand und sich so sicher durchs indische Chaos bewegt, klasse!

Vom Flughafen gings zu Sarah nach Hause, ich geniesse jede Rikschafahrt in vollen Zuegen, es gibt soviel zu sehen: Menschenmassen, Kuehe, Muell, am Strassenrand wird gekocht, gegessen, es stehen dort Obstverkaeufer, ein Spiegel an der Mauer und ein Tisch davor, zeigen, dass man sich dort die Haare schneiden lassen kann.

Und um uns herum: Hupen, schreien, Autolaerm.

 

Am Samstag habe ich gleich Sarahs Arbeitsstelle kennen gelernt, wir haben die Tuer zum Center fuer die Maedchen gestrichen. Ein richtiges Kunstwerk, das haben wir gut hingekriegt.

Am Sonntag began das Sightseeing program, wir waren im Gandhi-Museum nd Sarah hat mir etwas von Delhi gezeigt, wobei ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz begriffen hatte wie riesig Delhi wirklich ist. An die Entfernungen innerhalb einer Stadt muss ich mich erst gewoehnen.

Am Montag hab ich die Kinder kennen gelernt, so eine herrlich suesse Rasselbande!

Gerade sind viele Familien auf ihren Doerfern, deswegen waren immer nur zwischen sechs und elf Kinder da, das hat aber auch ausgereicht, wie Sarah und Joanna das mit hundert Kindern hingekriegt haben: Respekt!

Wir haben die Woche gut gestaltet, mit wenigen Kndern kann man auch mal aufwendigerews machen und wir haben mit Fingerfarben gemalt, geknetet…und es hat meist ganz gut geklappt. Ich habe die Kinder schon alle ins Herz geschlossen!!

Da gerade nur so wenige Kinder da sind, wird auch nicht gekocht fuer sie, was Sarah nd ich als Anlass genommen haben unsere Kochkuenste zu erproben. Wir haben Halva und Pudding gekocht und den Kindern mitgebracht. Ihnen hats geschmeckt.

 

Ansonsten waren wir sehr gut im shoppen, unter anderem haben wir uns Saris gekauft.

Echt glitzernde, indische Saris fuer eine Hochzeit auf die wir morgen gehen.

Nachdem wir sie vom Schneider abgeholt hatten, bekamen wir noch einmal kurze Zweifel, was uns denn da ueberkommen hatte.

Zuhause wurden die Zweifel nicht gerade gemindert, da wir vor einem Berg Glitzerstoff standen, mit dem wir wirklich nicht viel anzufangen wussten. Nani hat dann Licht in die Angelegenheit gebracht und wir sahen beide recht indisch und elegant aus.

Heute kaufen wir noch unsere Schuhe und Schmuck dazu und dann kanns losgehen mit dem Hochzeit feiern!!!

 

Liebe Gruesse aus dem heissen Indien von einer sehr Indien beeindruckten Jana

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Do

29

Apr

2010

Brieffreundschaft

Hi Maedels,

 

habt ihr Lust auf eine indische Brieffreundin?

 

Ich arbeite im Rahmen des Weltwaerts-Programmes als Freiwillige in einem Slum in Delhi. In der Organisation bei der ich taetig bin, werden insbesondere die in Indien stark benachteiligten Maedchen unterstuetzt, indem ihnen das Schulgeld bezahlt wird, Unterrichtsmaterialien zur Verfuegung gestellt werden und Nachmittags unterricht gegeben wird. So wird sicher gestellt, dass die Maedchen tatsaechlich zur Schule gehen und das auch bis zu ihrem Schulabschluss, sodass ihnen neue Perspektiven bezueglich ihrer Zukunft ermoeglicht werden.

Eine Schulbildung fuer Maedchen ist nicht selbstverstandlich. Oft bleiben sie zu hause um sich um den Haushalt zu kuemmern, auf ihre Geschwister aufzupassen oder zu arbeiten. Maedchen werden weiterhin noch oft als minderwertig betrachtet und es wuerde sich nicht lohnen in ihre Bildung zu investieren. Kein wunder das immer noch fast die Haelfte aller Frauen in Indien nicht lesen und schreiben koennen.

Nun, die Maedchen der ABHAS organistaion koennen es und wuerden sich darueber freuen, sich mit anderen Maedchen aus Deutschland ueber ihre Kultur, ihr Land und ihr Leben austauschen zu koennen.

Die Maedchen sind im Alter zwischen 11 und 16 Jahren.

Wenn ihr interesse an einer Brieffreundschaft habt dann meldet euch einfach mal bei mir.

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Do

29

Apr

2010

Spendenaufruf

Die Mädchen der ABHAS-Organisation brauchen Unterstützung!!!

 

In Delhi, in Thuklagabad Village setzt sich ABHAS für benachteiligte Mädchen ein, bietet ihnen die Möglichkeit eine abgeschlossene Schulausbildung zu erhalten, unterstützt sie durch Nachmittagsunterricht und bietet verschiedene Activity-classes an, in denen die Mädchen zum Beispiel tanzen, basteln und an einem Selbstverteidigungskurs teilnehmen.

Es ist so schön zu sehen, wie sehr die Mädchen aufblühen, wenn sie in den wenigen Stunden der Woche einfach nur Mädchen sein dürfen.

11-16 jährige Kinder, die sich normalerweise Tag für Tag um ihre kleinen Geschwister kümmern und den Haushalt besorgen, während ihre Eltern arbeiten.

Diese Mädchen haben durch die Unterstützung von ABHAS die Möglichkeit einmal die Woche ihren ganz eigenen Interessen nach zu gehen, sich mit ihren Freundinnen zu treffen und viel Spaß zu haben.  

Und all das ist gefährdet!!!

Da nicht mehr ausreichend Spendengelder vorhanden sind, können die Kurse nicht mehr angeboten werden.

Hier ist Hilfe nötig: Für nur 32 Euro ist eine Woche  Bastelkurs, Tanzunterricht, sowie der Selbstverteidugungskurs für  ueber 100 Mädchen gesichert!

ABHAS ist kein Wohltätigkeitsverein, aber bereit die Mädchen bei etwas zu unterstützen, dass für sie wichtig ist und für das sie selbst eintreten. Um die Mädchen in ihrem neu gewonnenen Selbstbewusstsein zu stärken, müssen sie einen geringen Selbstbeitrag zahlen, ihre Eltern also dazu bringen, sie zu unterstützen. Dies soll als Übung gelten, als kleiner Anfang, wenn sie nicht alles hinnehmen wollen, was ihre Eltern für sie entscheiden.

 

Es wäre so schön, wenn der von uns ins Leben gerufene Selbstverteidigungskurs auch nach unserem Freiwilligen Jahr gesichert wäre!

 

Sarah und Joanna

 

Wer interesse hat zu spenden kann sich mit mir per e-mail in Verbindung setzen. Danke!

sarah.appelt@gmx.de

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Mo

26

Apr

2010

Fotos

So, hier endlich die sehnsuechtig erwarteten Fotos von unserem neu gestrichenem Center

Raum

Center

Sandkasten

Spielen

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Sa

17

Apr

2010

Es ist heiss...

Meine Guete. Wie warm ist es gerade? 44 Grad? Kewine Ahnung. Als ich das letzte mal am Donnerstag Zeitung gelen habe, waren es 42 Grad und damit ist dieser April der heisseste in Indien seit 5 Jahren. Welch ein Glueck, dass ich gerade hier bin!!! Erstaunlich wie lebensfaehig man dennoch bei der Hitze ist. Wenn man raus geht, ist es einfach nur als wenn man sich durch eine Feuerwand kaempfen muss. Nicht einmal die Rikschahfahrt verschafft abkuehlung. Mna verbrennt einfach!!! Meinen Augen gefaellt diese trockene Hitze auch ueberhaupt nicht. Sie trocknen langsam aus, tuen weh und sind ganz rot!!!

Und dennoch, Indien macht immer noch Spass. Arbeit ist wie immer total erfuellend und jetzt wo wir all die Case studies schreiben (hab mal ein paar  rein gestellt), erfaehrt man gleich viel mehr ueber die Maedchen, ihre Geschichten und ueber die grossartige Arbeit, die ABHAS verrichtet. Manchman ist es aber auch echt hart...

Am Mittwoch waren wir auf der Kumbh Mela, dem groessten Pilgerfest der Welt. Alle 12 Jahre findet sie in Haridwar statt und wir waren da...mit 15 Millionen anderen an diesem Tag. Der 14. April ist naemlich ein besonders heiliger und wichtiger Badetag gewesen. ES WAR SO ANSTRENGEND!!! Dienstag Nacht um 12:00 Uhr ging es von DElhi mit dem Bus los. Schon am Busbahnhof stellten wir fest, dass wir nicht die einzigen waren, die nach Haridwar wollten. Tausende von Menschen draengelten sich in und auf die Busse. Es war der Wahnsinn. Wir mussten den kuerzeren Ziehen und mit einemder teureren Private-Busse fahren. Dafuer hatten wir aber einen Sitzplatz.

Die eigentlich 4 Stunden dauernde Fahrt verlaengerte sich um 10 Stunden auf 14 Stunden. Das letzte Stueck mussten wir sogar laufen. Nichts ging mehr. Haridwar ist eigentlich ein kleines Nest zu dem nur eine Landstrasse fuehrt und die fuer so einen Verkehr eigentlich gar ncht ausgelegt ist. Hunderte von Bussen standen in einem Kilometerlangen Stau. Nichts ging mehr. Als wir da waren, endlich, war es eigentlich ganz nett. Klar, dass Gelaende war riesig und die Menschenmasse enorm. Aber irgendwie verteilte sie sich ganz gut. Tatsaechlich haben sogar wir im Salva Kamiz ein Bad im heiligen Ganges genommen. (Mama, keine Angst, hier war der Ganges deutlich sauberer als in Varanasi). Dann sind wir noch zu einem Tempel gewandert. Eine Stunde dauerte der Aufstieg, die Sicht war gigantisch. Auch hier draengelten sich wieder viele, viele Inder an uns vorbei... Es ging runter, auf der Suche nach einem Bus zurueck nach Delhi. Die Probleme: 1. Bei einer so grossen Menschenmasse dauert es ewig von einem Punkt zum andern zu kommen. 2. Wir waren nicht die einzigen die Haridwar verlassen wollten. 3. Es war heiss. 4. Es schienen keine Busse nach Delhi zu fahren.... Irgendwann gegen 12:00 Uhr nachts haben wir tatsaechlich das unmoegliche geschafft. Ich sass in einem Bus. Ich war so fertig, ich weiss nicht ob ich schon einmal so ko war. Wir mussten immer weiter und weiter laufen und haben einfach keinen Bus gefunden. Mir tat alles weh und ich war noch nie in meinem Leben so schmutzig. Schliesslich haben wir uns in einen rappelvollen Bus gequetscht. Ich sass die ganze Nacht auf der Treppenstufe zum Bussausgang. Und trotzdem, ich war so gluecklich und erleichtert in diesem Bus zu sitzen (und nicht wie so viele zu stehen) Und als er dann tatsaechlich auch los fuhr konnte ich es kaum fassen. Voellig fertig erreichten wir Delhi am naechsten Morgen...

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So

11

Apr

2010

Armut

Nun bin ich endlich wieder in Delhi. Auch hier sind die Dinge nicht ganz so einfach. Natürlich war es einfach nur toll die Kleinen wieder um mich herum zu haben!  Momentan sind es auch gar nicht mehr so viele, da die Älteren in die Schule eingegliedert werden und die Jüngeren mit ihren Familien in ihre Heimatdörfer reisen. Dadurch nutzen wir die Möglichkeit um ein paar „aufwändigere“ Aktivitäten aus zu probieren. Wir haben zum ersten Mal mit Wasserfarben gemalt, haben Sandbilder gemacht und Topfschlagen gespielt. Letzteres war das absolute Highlight. Wir hatten soviel Spaß!! Momentan sind wir allein für die Rasselbande verantwortlich. Wie immer gibt es finanzielle Probleme, sodass für die Übergangszeit zwei der Lehrerinnen entlassen worden. Es ist immer wieder schwer, mitzubekommen wie Spendenabhängig die Arbeit von ABHAS ist.

Am Nachmittag machen wir gerade Fallstudien von den Scholarship-Mädchen. Natürlich bin ich hier in Indien ganz anders mit Armut, Elend und Leid konfrontiert als in Deutschland. Man liest darüber nicht mehr nur in Zeitschriften oder sieht Reportagen im Fernsehen. Nein. Man erlebt diesen Überlebenskampf schon morgens auf der dem Weg zur Arbeit. Wenn der Gemüse-Wallah, von Schmerzen geplagt stark nach von gebeugt, den schweren Wagen an uns vorbei schiebt. Wenn wir mit der Rikschah an einer Familie vorbei fahren, die an einer stark befahrenen Straße auf ihren Bettgestellen sitzen und ihre verdünnte Suppe schlürfen. Wenn Frauen in ihren wunderschönen Saris, so edel und aufrecht gehend, auf ihren Köpfen schwere Körbe gefüllt mit Schutt und Geröll in der heißen Sonne tragen um beim Straßenbau mit zu helfen. Wenn Kinder ihren Müttern helfen ihre Eimer mit Trinkwasser zu füllen, für das sie 2 Rupien pro Eimer bezahlen müssen, sodass sie das kostbare Wasser nicht zum Waschen benutzen. Wenn Großmütter vor der Haustür sitzen  und Kleidung mit Perlen besticken. Für die Vier Kleidungsstücke, die sie am Tag schaffen, bekommen sie 40 Rupien. Wenn der 2 Jährige Suraj von Hunger geplant weint, die Banane aber nicht Essen will, sondern lieber mit nach hause nimmt um sie mit der Familie zu teilen.

All dies täglich zu sehen ist hart. Es schlaucht. Es macht müde und brennt sich ein in deine Seele wie die Delhi-Sonne auf deinen Nacken. Aber das alles ist nichts. Gar nichts zu den Gefühlen, die dich übermannen, wenn du dieses Leiden zusätzlich noch einmal aus dem Mund eines Kindes hört. Wenn mir die 16 jährige Jahanara, auf meine Frage hin, ob die Familie genug zu essen habe, mit einen einfachen Nein  antwortet. Ein Nein, dass mir erzählt, dass die Familie nie genug zu essen hat. Ein Nein, dass es außer Frage stellt, dass es jemals genug zu esssen geben könnte und ein Nein, dass dieses Hungerleiden so alltäglich, fasst schon normal im abnormalen Sinne macht.

Aber wie auch genug zu Essen haben: Mit einer Tasse Tee am Morgen. Manchmal einem Mittag bestehend aus zwei Roti und Gemüse. Und einem ähnlich aussehendem Abendessen. Kein Wunder das Jahanara an Blutarmut leidet.

Auch Chanchal hat es nicht leicht, als einziges Mädchen unter fünf Brüdern. Der Jüngste ist vor 4 Jahren aus dem 2. Stockwerk gefallen und  hat sich dabei die Wirbelsäule verletzt. Nun braucht er ärztliche Behandlung die teuer ist. Der Vater will deshalb seine einzige Tochter von der Schule nehmen.

Die Geschichten der Mädchen sind alle irgendwie ähnlich: viele Geschwister, aus armen indischen Bundesstaaten nach Delhi mit ihrer Familie emigriert, finanzielle Probleme, kaum Wasser, wenig zu Essen…

Doch obwohl die Gefahr besteht, dass all diese Mädchen in der Masse untergehen, macht es ABHAS möglich ihnen eine individuelle Zukunft zu ermöglichen. Nicht nur das sie mit Medikamenten gegen ihre Blutarmut und mit Schulmaterialien versorgt werden oder Nachmittagsunterricht bekommen. ABHAS gibt den Mädchen auch Selbstbewusstsein. Alle interviewten Mädchen behaupteten nicht mehr so schüchtern und viel stärker geworden zu sein. Auch die Außerschulischen Aktivitäten geben den Mädchen so viel. Einfach einmal keine Verantwortung und lasten tragen, sondern am Bastel- oder Tanzunterricht teilnehmen. Und wie wunderschön und glücklich sie dabei aussehen. Bleibt zu hoffen, das die Nachmittags- und Wochenendaktivitäten nicht aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten eingestellt werden müssen!

Als letztes habe ich die Mädchen gefragt ob sie glücklich bei ABHAS wären. Schön die Mädchen auch lächeln zu sehen!

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Fr

09

Apr

2010

Wieder in Delhi

Hallöchen. Ich bin wieder da! Man, war das eine wunder-, wunderschöne Reise! So bunt, so vielfältig. Ich weiß gar nicht wie ich all die Eindrücke in Worte fassen soll! Südiendien ist ganz anders! Ich liebe ja mein Nordindien, aber der Süden ist, wenn man herrlich ist, in jeder Hinsicht viel schöner! Wie Urlaub halt und fast gar nicht mehr „indisch“!! Die Natur ist einzigartig: Ich lag am Meer, habe auf Klippen unter Palmen gespeist und bin durch Tee- und Gewürzplantagen in den Westghats gewandert (ich habe nicht nur an Kakaobohnen gelutscht und an Nelken gerochen, sondern war auch im Land wo der Pfeffer wächstJ). Oft war ich mir gar nicht mehr sicher überhaupt noch in Indien zu sein! Im portugiesisch geprägten Ort Cochin fühlte ich mich wie in Südeuropa. Man konnte sogar noch im Dunkeln durch die Straßen und es gab eine Promenade!!! Auch das kosmopolitische Mumbai wirkte in manchen Ecken recht europäisch. Ich bin gerne da gewesen. Leider waren 2 Tage viel zu kurz. Vor allem weil wir einen Tag davon am Set eines Bollywood-Films als Statisten verbracht haben! Man hat das spaß gemacht. Wir mussten in die Garderobe (ich wurde in einen engen glitzernden Schlauch gequetscht, der von meiner Brust zur Pobacke reichte!!!!), wurden geschminkt, wurden mit drei Mahlzeiten versorgt und bekamen sogar eine kleine Gage (500 RupienJ).Am Set war es richtig cool. War schon aufregend einmal mitzubekommen mit wie viel Aufwand so ein Film gedreht wird. Den ganzen Tag drehten wir aus tausenden Perspektiven eine einzige Tanz-Szenne. Es war lustig die „großen“ Bollywood-Stars  zu beobachten und auch sehr interessant zu sehen, dass die ganzen knapp bekleideten Tänzerinnen Weiße waren! Wen wundert es denn da noch, wie wir von den Indern behandelt werden!!

 

So, schreibe bald weiter,

Sarah

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Fr

05

Mär

2010

Alleine in Delhi

So, hier nun noch eine letzte Nachricht von mir, bevor ich dann erst einmal fuer 4 Wochen verschwinde. 2 Wochen reisen durch Suedindien und dann Zwischenseminar in Orissa! Die letzte Woche habe ich allein zuhause und auf Arbeit verbracht. Es war ziemlich gewoehnungsbeduerftig einmal nicht staendig jemand um dich herum zu haben. Anfangs war es schwierig, nun geniesse ich es aber auch irgendwie. Mit den Kindern habe ich tolle Tage verbracht und der letzte Pinselstrich an den Waenden wurde auch gezogen. Es ist toll geworden. Nun ist es gleich viel kindgerechter und die Kleinen lieben den Dschungel!

Also, bis dann irgendwann. Die Zeit scheint gerade richtig davon zu rasen! Jeder Tag hier ist ein Vergnuegen, Sarah

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Di

02

Mär

2010

Holi

Happy Holi!!! Man, war das ein Tag. Fazit: Man muss den beliebtesten Feiertag der Hindus einmal mit erlebt haben, aber das reicht dann auch!

Waehrend Joanna mit ihren Eltern Delhi schon am Sonntag verlassen hat, habe ich 2 Mitfreiwillige besucht damit wir am Montag Holi gebuehrend begehen konnten. Sobald wir den Slum, in dem die beiden Arbeiten, betraten wurden wir von allen Seiten attackiert. Hunderte von Haenden, die mich mit Farben beschmierten, hatte ich in meinem Gesicht. Meine Kleider waren nicht nur bunt, sondern auch klitsch nass, da wir netterweise mehrfach mit Wassereimern uebergossen wurden. Wir Weissen zogen natuerlich die meisste Aufmerksamkeit auf uns und scheinbar jeder aus dem Slum wollte uns gebuehrend in den nun beginnenden Fruehling schicken. Wir besuchten viele Schueler der anderen Freiwilligen die uns auf herzlichste mit extra viel Farbe willkommen hiessen! Natuerlich haben auch wir ordentlich ausgeteilt. Mit Farbpulver und Wasserpistole ausgeruestet haben wir uns zu verteidigen versucht, was klaeglich misslang.

Da in diesem Slum viele Migranten aus Rajasthan stammen und daher in irgendeiner Form Kuenstler sind, hatten wir besonderen Spass daran, zu ihrer Trommelmusik zu tanzen… nach diesem Vormittag war ich fix und fertig. Man hat mich kaum noch wieder erkannt. Felix, einer der Freiwilligen, meinte freundlicherweise, ich wuerde aussehen wie Gollum. Danke an dieser stele noch einmal dafuer. Er sah im uebrigen aus wie der Teufel persoenlich.

Tatsaechlich haette  ich Holi ausserst positiv in Erinnerung behalten koennen, waere da nicht diese Kleinigkeit mit meinem Haaren… die erstrahlen naemlich immer noch (nach 5 Haarwaeschen) in einem leuchtenden Gruen, Gelb und Rot. Na, dann: Happy Holi!

Ach ja. Uebrigens, schon 2 Tage vor Holi wurde ich auf das Fest vorbereitet. Waehrend ich nichtsahnend in einer Rikschah sass, wurde ich hinterhaeltigerweise mit 2 rohen Eiern beworfen. Erst dachte ich es waeren die allgemein verbreiteten und schon zu genuege an uns ausgetesten Wasserbomben gewesen. Dann merkte ich jedoch, dass das vermeintliche Wasser irgendwie glibberig ist und ich ein paar Eierschalen mit aus der Rikscha nahm!

 

Nun gut. Jetzt bin ich fuer ein paar Tage alleine zuhause und werde diese Zeit geniessen und mich erholen. Obwohl letzters recht schwer ist, wenn man einen Arbeitstag voller Kinder hat und es dazu geschaetzte 30 Grad sind. Der Schwiess fliesst.

 

Hier noch ein paar Dinge die mir heute aufgefallen sind: Ein Auto wurde mit einem Seilersatz, der aus zusammen geknoteten Fahrradreifen bestannt, abgeschleppt. Ein Mann begruesst mich teaglich mit einem “Good morning, Sir. Auch die eigentlich weisshaarigen alten Maenner haben gruene Straehnen, ich brauche mich also nicht allein mit meinem Schicksal fuehlen….

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Sa

16

Jan

2010

Danke

Vielen, vielen Dank an all die fleißigen Spender, durch die nun eine abwechslungsreiche Ernährung der Kinder für die nächsten 2 Monate gesichert ist. Danke. Ihr seid großartig!!! Nun gibt es nicht mehr jeden Tag nur Kichidie (ein dünnflüssiger Brei aus Getreide und Linsen), der zwar Nahrhaft, jedoch nicht besonders schmackhaft ist (was ich aus eigener Erfahrung bezeugen kannJ). Nun gibt es auch wieder Milchreis oder Eier.

Heute kam ein Ochsenwagen voller Sand. Unser Spielplatzprojekt hat also gestartet. Am Wochenende wollen wir Sandspielzeug kaufen. Ich bin gespannt darauf, wie die Kinder den neuen Sandkasten annehmen. Heute haben sie schon angefangen zu versuchen den Sand mitzunehmen. Ich hoffe das auch noch in ein paar Monaten Sand vorhanden sein wird ;)!!

Die Kinder sind wie immer super. Sie lieben uns und wir sie!! Es ist toll so viel Zuneigung aus freien Stücken zu bekommen. Den Großen habe ich heute Memory beigebracht. Es hat super funktioniert. Allmählich können wir uns mit den Kindern schon echt gut verständigen!

Letztes Wochenende hat ein von uns eigenständig organisierter Selbstverteidigungskurs begonnen. Den Mädchen schien es spaß gemacht zu haben, wenngleich mir einige Mädchen auch sorgen bereitet haben. Sie wirkten so schwach und zerbrechlich, dass ich befürchten musste, sie würden jeden Moment zusammenbrechen!

Der Alltag in Delhi ist sooo schön. Tennis spiele ich im Moment fast jeden Tag. Es ist ein toller Sport. Besonders Spaß macht es gegen die kleinen reichen Jungs zu gewinnen, die zwar wirklich ganz gut spielen, meiner Meinung nach aber über zuviel Selbstbewusstsein verfügen! sie sind aber ganz lustig!

Apropos lustig. Auch die letzte Yogastunde war lustig. Als wir in den Yoga-Raum kamen, stellten wir fest, dass unser Yogalehrer gemeinsam mit drei anderen Personen auf den Boden kniete, vor ihnen saß auf einen weißen Sessel ein älterer Mann ganz in weiß gekleidet: ihr Guru.

Wir sollten uns hinzu setzen. Der Guru redete auf Hindi. Auf einmal fingen alle um uns herum an zu lachen. Natürlich wollten auch wir über den Witz lachen und so fragten wir unseren Yogalehrer, was dann so lustig sei, der meinte nur, von Lachphasen unterbrochen, dass wir nun alle 2 Minuten lang lachen sollte. Erst mussten wir wirklich darüber lachen, später wurde es ganz schön anstrengend, mein Mund ist fast verkrampft! Nach den 2 Minuten sollten wir noch ca. 20 Minuten meditieren. Die Meditation wurde in drei Phasen unterteilt. Erst sollten wir den Laut „Ohm“ immer wieder  wiederholen, danach wurde gesummt, dann waren wir alle ganz still. Die Meditation war richtig gut. Ich bin stolz auf mich es durchgehalten zu haben und hatte tatsächlich auch Phasen in denen mein Kopf ganz leer war und ich fast geschwebt bin…Nach der Meditation konnte ich zwar alles anstellen mit meinem Fuß was ich wollte,  gefühlt habe ich überhaupt nichts mehr, so taub ist er geworden, aber es hat sich gelohnt. Der Guru meint übrigens, dass wir diese Meditation für mindestens 29 Tage jeden Morgen durchziehen sollten. Nein Danke. So weit ist es dann doch nicht mit meiner Selbstdisziplin. Aber ich ertappe mich schon selbst dabei, wie ich manchmal morgens einfach so für ein paar Minuten still da sitze. Nur noch so als Nebeninformation: Wenn man für ganze 3 Stunden und 47 Minuten mit gestreckten Beinen auf dem Boden sitzt und der Oberkörper dabei nach vorn gebeugt ist, fängt der Körper angeblich an, nach Sandelholz zu duften. Also, wer es mal ausprobieren möchte…

Letztes Wochenende waren wir in einem Tempel der „Hare Krishna Sekte“. Während das Essen dort super gewesen ist, war das Gespräch mit einer der Priester eher befremdlich. Von wegen die Fleischesser sind schuld an Erdbeben und Kriege und alle Menschen sind schlecht die ihre Sinne und den Körper befriedigen wollen. Ach so, wir müssen übrigens auch keine Angst mehr vor Terroranschlägen und Co haben, wenn uns was passiert, war es uns sowieso schon vorher bestimmt zu sterben. Angenehm fand ich jedoch die Toleranz anderer Religionen gegenüber und die Auffassung, dass Joanna und ich in unseren vorherigen Leben schon einmal eine Verbindung zu Indien gehabt haben müssten. Ist doch irgendwie ein schöner Gedanke, oder?

So, während ich also nicht meditiere, Sekten besuche oder gegen kleine Kinder im Tennis verliere, friere ich besonders nachts ganz schön vor mich hin! In Indien herrscht der kälteste Winter seit einigen Jahren. Es ist nicht so toll, wenn man dick eingepackt und mit Wärmflache im Bett liegt und trotzdem friert und weiß, dass zur gleichen Zeit tausende andere Menschen draußen auf Delhis Straßen nächtigen mit weniger Kleidung. Erst letzte Woche haben wir an unsere Kinder Socken verteilt. Sie barfuß herumlaufen zu sehen kann man einfach nicht ertragen

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Mo

11

Jan

2010

Spendenaufruf

Wie so viele anderen gemeinnuetzigen Organisationen, steht auch ABHAS staendig vor finanziellen Schwierigkeiten, die vorallem in dieser kalten Jahreszeit besonders zu Tage treten. So laufen die meisten Kinder zum Beispiel immernoch ohne Socken und mit kurzer Kleidung herum, waehrend wir selbst mit dicken Pullovern, Jacken und Skiunterwaesche frieren, da auch ABHAS nicht die Mittel hat um zum warme Kleidung zu stellen. Bei einem Gespraech mit unserer Programmanagerin kam zu Tage, dass pro Kind zum Beispiel fuer Essen jeden Tag nur 3 Rupien (= 4 Cent , zum Vergleich: ein Ei kostet 4 Rupien) zur Verfuegung stehen. Jedoch bekommt ABHAS dieses Geld nur fuer eine limitierte Anzahl an Kindern, die jedoch, auf Grund der vielen Neuzugaenge, um circa 60 Kinder ueberschritten ist. Das heisst zwar, dass so mehr Kinder die Moeglichkeit geboten bekommen, in den Centern eine warme Mahlzeit, ein Platz zum Kindsein und in Ansaetzen Bildung zu bekommen , jedoch bedeutet das auch, dass tatsaechlich pro Kind weitaus weniger Geld vorhanden ist und dementsprechend die Quantitaet nicht immer ausreichend ist – so muessen die Kinder jetzt teilweise mit einem Ei auskommen. Dies ist besonders erschreckend, vor dem Hintergrund, dass viele Kinder gar kein Fruehstueck essen und es auch zum Abendbrot nicht viel zu Essen gibt. Spenden sind daher dringend von Noeten! Ich wuerde mich also wahnsinnig freuen, falls einige von euch jemanden kennen, oder selbst bereit waeren, einige Euros zu spenden. Das Geld ist hier wirklich gut investiert..Falls dieses Interesse besteht, wendet euch bitte an mich, sodass ich euch dann gegebenfalls Kontodaten geben kann. Natuerlich waere ich gerne bereit, euch Bericht zu erstatten, was genau mit dem Geld passiert!

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Mo

11

Jan

2010

Happy New Year

So wird wohl Zeit, dass ich mich mal wieder melde. Ist ja schon ein Weilchen her! In den letzten Wochen ist auch echt viel passiert. Mama und Franzi waren ja da und es war zwar wirklich anstrengend aber auch eine wunder-, wunder,-wunderschoene Zeit. Wir hatten uns ein Auto mit Fahrer gemietet und sind 10 Tage lang durch Madya Pradesh gereist. Am Ende der Tour haben wir noch Varanasi, die heiligste Stadt Indiens besucht.

Wir haben so viel erlebt, das kann man gar nicht alles aufschreiben und dazu habe ich auch gar keine Lust J!!!! Aber die Tigersafarie im Bandhavgarh-Nationalpark, die Rafting Tour bei Orcha und die mit sehr erotischen Figuren verzierten Tempel von Khajuraho waren total toll. Ueberhaupt war es schoen Franzi und Mama „mein Indien“ zuzeigen. Am Montag vor Weihnachten hatten wir ja eine kleine Weihnachtsfeier organisiert und da habe ich die beiden natuerlich mit hin genommen. Ganz zum Schluss haben wir an jedes Kind ein kleines Tuetchen mit Schokolade und Schreibmaterial verschenkt. Die grossen Augen der Kinder werde ich wohl nie vergessen!

Nun ist gerade wieder Alltag eingekehrt, Mama und  Franzi sind wieder ab nach Deutschland, Joanna ist aus dem Krankenhaus wieder raus (hatte ich erwaehnnt, dass sie wegen einer Infektion im Magendarmtrakt 1 Woche lang im Krankenhaus lag?  Auch ich hatte ein paar gesundheitliche Problemchen, aber mein Fieber, Durchfall und Schuettelfrost gingen von alleine wieder weg.), wir haben wieder mit Tennis begonnen (und werden allmaehlich besser), Yoga hat wieder gestartet und dann ist da natuerlich unsere Arbeit. Gleich am 1. Tag nach unserem Urlaub kamen die Kinder voller Freude auf uns zu gerannt um uns zu begruessen. Die Arbeit ist genauso anstrengend wie vor dem Urlaub aber macht genauso viel Spass. Mit ihrem Lachen aktivieren die Kinder immer mehr Energie in mir, obwohl ich mich schon viel frueher erschoepft fuehle! Momentan ist es leider sehr, sehr kalt. Zumindest fuer indische Verhaeltnisse. So um die 10 Grad und es ist sehr nebelig. Es tut richtig weh, die kleinen Knirpse nur in Latschen ohne Socken und Pullover und teilweise in kurzen Hosen herumspringen zu sehen! Wir tuen alles um die Kleinen aufzuwaermen!

Auch wir frieren. Besonders Nachts. Es gibt keine Isolierungen in den Haeusern, von Heizkoerpern ganz zu schweigen und wenn wir auf unseren Holzpritschen liegen, kommt die Kälte sogar auch noch von unten! Ueberall sieht man Gruppen von Maennern an kleinen Feuern an der Srasse sitzen... ich hoffe wirklich es wird bald wärmer!

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Fr

18

Dez

2009

Krank

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Do

17

Dez

2009

Weihnachten

Man mag es kaum glauben, aber ich komme hier in INDIEN tatsaechlich in Weihnachtsstimmung. Ursachen dafuer gibt es mehere:

  1. Abends wird es nun schon ziemlich frueh dunkel, so gegen um fuenf Uhr und wenn die Sonne weg ist wird es auch recht kuehl. In unserem Zimmer ist es dann richtig gemuetlich, jetzt wo wir uns warme Decken gekauft haben.
  2. Wir haben unser Zimmer mit selbst gebastelten Sternen, Tannenbaeumen, Schneemaennern, Kerzen etc. geschmueckt.
  3. Froehlich traellern wir Weihnachtslieder vor uns hin
  4. Zum 1. Advent wurden wir von anderen Freiwilligen zum Adventskaffeetrinken eingeladen. Es gab sogar selbstgebackene Roti-Plaetzchen, die in der Pfanne gemacht wurden und wenn man aus dem Fenster auf die gegenueberliegende weisse Hauswand geschaut hat, hatte man die Illusion es wuerde schneien.
  5. Von meiner Oma wurden wir mit Weihnachtskalendern ausgestattet. Und so freuen nicht nur wir uns jeden Morgen wenn wire in Tuerchen oeffnen koennen, sondern auch unser Betreuer im Office von ABHAS (er ist dann wie ein kleines Kind), sowie die Kinder im Center (mit grossen Augen bestaunen sie die Kalender) und unser Hindilehrer, fuer den auch noch einer uebrig war.  Waehrend der Unterrichtsstunde hatte er auf einmal ein Rechteck mit Punkten in den Ecken und in der Mitte gemalt und uns gefragt, was das sei. Er meinte den Lebkuchen, der hinter seinem 2. Tuerchen verborgen war! Mit unserem Hindi-Lehrer haben wir uebrigens immer viel Spass, zwar scheint er keine Nation (ausser die Deutsche natuerlich) so richtig leiden zu koennen und verfuegt ueber einen sehr starken Nationalstolz, aber er ist echt lustig und kocht oft leckere Sachen mit uns.
  6. Wir organisieren eine Weihnachtsfeier fuer unsere Kleinen! Dazu basteln wir mit den Kindern Dekoration und kaufen kleine Geschenke fuer sie. Ich werde uebrigens die Rolle des Weihnachtsmannes uebernehmen! Wir duerfen wirklich schon viel Verantwortung in der Organisation uebernehmen. Auch bei der Verpflegungsplanung fuer den morgigen Zoobesuch wurden wir mit einbezogen und haben so erreicht, dass es nicht zu viel Suesses gibt, sondern auch etwas Obst. ABHAS ist uebrigens eine recht fortschriftliche Organisation: Die Kinder warden nicht geschlagen, Es gibt regelmaessig qualitativ gutes Essen(das kann ich mit gutem Gewissen sagen, weil wir es selbst taeglich essen) und es werden oefter Ausfluege unternommen. Letzte Woche beispielsweise haben wir die Scholarship Girls an zwei Tagen bei ihrem Besuch des Trade Fairs begleitet. Eine riesige und sehr beliebte Messe in Delhi.
  7. Diese Wochenende gehen wir auf den Dutschen Weihnachtsmarkt und werden Plaetzchen backen… ach und dann ist da ja noch Nikolaus. Den Kindern duerfen wir leider nichts in die Schuhe legen. Unser Betreuer hat uns davon abgeraten, da Fuesse fuer die Inder das niedrigste am Koerper sind.

 

Uebrigens waren wir vor ein paar Wochen bei unsere ersten indischen Hochzeit! Es war zwar interressant und vor allem das grosse Bueffett war toll, aber ansonsten finde ich Deutsche Hochzeiten doch etwas schoener! Es wurde in einem grossen, bunten Zelt, das mitten auf einer Strasse plaziert war, mit sehr, sehr, sehr lauter Musik gefeiert. Waehrend der Braeutigam auf einem Pferd zum Zelt geritten ist und sowohl von einer Musikkapelle, als auch tanzenden Gaesten begleitet wurde (vor dem Zelt wurde er von seiner zukuenftigen Schwiegermutter empfangen und gefuettert), wirkte die Braut nicht ganz so gluecklich, wie sie da so reich beschmueckt und mit kaum einen Laecheln da sass.

Wahrend die Gaeste sich am Bueffett bedient haben, nusste das Brautpaar tausende von Fotos mit sich machen lassen.

Indische Hochzeiten beginnen uebrigens erst sehr spaet, unsere hat gegen 22:00 Uhr begonnen.

 

Endlich haben wir wieder mit Yoga begonnen und es tut einem wirklich gut. Ich habe jetzt auch meine eigene Yoga-Matte. Die Raeumlichkeiten in denen wir Yoga machen gehoehren einer Arztin, die ein bisschen alternativ eingestellt ist. Und dass rste was sie mich gefragt hat, war was ich da im Gesicht haette (Ich habe in Delhi wirklich ganz schoen viel Pickel bekommem, dachte es laege an der schlechten Luft). Das 2. was sie dann sagte, war, dass die Ursache fuer diese Pickel meine Verdaungsprobleme seien. Ich war total ueberrascht. Wie konnte sie davon wissen???

Wie dem auch sei, ich bin jetzt ihre Patientin und unterziehe mich regelmaessiger Behandlungen, auf die ich hier nicht genauer eingehen moechte J!!!

 

Dann haben wir diese Woche mit Tennis begonnen. Eine Probestunde hatten wir und jetzt gibt es auch kein zureuck mehr, denn die Schlaeger haben wir uns schon gekauft. Drei mal die Woche werden wir unserem neuen Hobby nachgehen. Ich bin ja mal gespannt…..

 

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Do

19

Nov

2009

Sturmfrei

Nani ist gerade auf Urlaub (fuer drei Wochen!!!!), also haben wir das ganze Haus fuer uns alleine, nur Maschi, Nani's Hauself ist auch noch da. Gestern hat sie damit angefangen zusammen mit uns zu kochen. Das hat total spass gemacht. Es gab Alu Palak (Kartoffeln und Spinat), Dal(Linsenbrei) und Reis und es war KOESTLICH. Ich stelle das Rezept mal hier rein. Im Centerlaeuft es uebrigens super. Um die 90 Kinder betreuen wir gerade was schon auch irgendwie anstrengend ist (besonders wenn jedes Kind einen fuer sich beansprucht), aber macht in erster Linie einfach nur Spass. Joanna und mir gelingt es ein richtig kleines Spielparadies fuer die Knirpse zuschaffen. Sie sind es ja gar nicht gewohnt mit richtigen Spielsachen zu spielen, also haben wir Spielsachen besorgt und bringen es ihnen bei. Sogar das Memoriespielen habe ich ihnen in erstaunlich kurzer Zeit lehren koennen und auch das Puzzlen klappt schon besser (ihr oberstes Ziel ist es nicht mehr so viel wie moeglich Puzzleteile fuer sich zu beanspruchen :)). Oft spielen wir mit Baellen, springen Seil, toben.

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Mi

18

Nov

2009

Die Zeit vergeht

Oh je, wie die Zeit vergeht. Jetzt sind doch tatsaechlich schon 1 1/2 Wochen seit unseren Urlaub vergangen und dabei habe ich noch gar nicht richtig darueber berichtet. Also, die Kamelsafarie war toll, hatte ich ja schon geschrieben:Diese Ruhe, diese abwechslungsreiche Landschaft, das Furzen der Kamele....herrlich!!!

Zu den Stadten die wir besucht habeb brauche ich ja eigentlich nicht so viel zu sagen, Beschreibungen ueber sie findet man ja ueberall. Also nur kurz dazu: Jaisalmer ist im Vergleich zu Delhi eine richtig knuffige Stadt. Es ist alles E.R.L.A.U.F.B.A.R !!! Das Fort, also eigentlich die auf einem Huegel gelegene Ummauerte Altstadt, wirkt sehr majestetisch und ser Sandstein strahlt regelrecht in der Sonne. Toll war auch der See, an dem wir morgens, noch ganz ohne Touristen, bei Sonnenaufgang Yoga gemacht haben. Apropos Touristen...natuerlich ist Jaisalmer ein Touristenort und dem entsprechend belagern einen auch die Haendler, dass haette nicht sein muessen, dann haetten wir vielleicht auch etwas gekauft.

Unser naechstes Ziel, Jodhpur war ganz nett, besonders das Fort und die dortige Aussicht auf die "blaue Stadt" waren toll. Ansonsten hat mich der riesige Markt, auf dem es wirklich alles gab, beeindruckt:Tausende von Gewuerzen, Fruechten, Knabbereien, Stoffen und Gemuesen-TOLL.

Ausserhalb der Altstadt ist Jodhpur allerdings haeslich. Ich habe innerhalb eines 10 minuetigen Marsches an einer Strasse noch nie soviel CO2 auf einmal eingeathmet.

Als wir mit den Bus nach Pushkar, einen Pilgerort der Hindus, fuhren, dachte ich, ich waer auf Teneriffa. Die kahlen Berge mit den Kakteen haben mich total an die Kanaren erinnert. Endlich konnte man mal wieder Luftholen. Die Sonnenauf- und untergaenge, die wir von einem ziemlich hohen Berg (Schweissgebadet kamen wir nach einer Stunde bergsteigen an) bestaunt haben waren grandious. Da hatte sich sogar das morgendliche aufstehen um 5 Uhr gelohnt!!! Besser haette ich meinen Geburtstag nicht einleiten koennen. Lustig und zugleich ein bisschen traurig war, dass der H.E.I.L.I.G.E. Pushkar-See, wesshalb dieser Ort ueberhaupt besucht wird, ausgetrocknet war!!

Der Aufenthalt in Jaipur war so schoen, da wir bei einer, ziemlich wohlhabenden, indischen Familie wohnen durften. Dort wurden wir nicht nur mit dem besten indischen Essen gemaesstet, sondern haben auch gelich ein ganz anderes Indien kennengelernt. Die Famile hatte einen eigenen Fahrer und in dem Wohnhaus gab es nicht nur einen Fahrstuhl (mein 1. in Indien), sondern auch einen Swimmingpool!!! Diese Menschen scheinen in einem ganz anderem Indien mit anderen Problemen zuleben. Die beiden Maedchen der Familie klagten vorallem ueber zu wenig Freiheiten und zu viele Einschraenkungen. Auch das Leben in reicheren Familien scheint von Traditionen gepraegt zu sein. Auch arranged Marriages, die Kleiderwahl und das von der Gesellschaft erwartete Verhalten der Frauen spielen hier eine Rolle.

Ansonsten scheint Jaipur eine ganz huebsche Stadt zu sein, nur die vielen aufdringlichen Verkaeufer treiben einem zur Weissglut!!

Um bei einer Rikschafahrt nicht allzu viel bezahlen zu muessen, haben wir uns zu einem Shop "schleppen" lassen. Von vornerein war klar, dass wir uns die dort angebotenen Luxusartikel NICHT leisten konnten, also haben wir uns einen Spass daraus gemacht uns als Toechter reicher Eltern auszugeben, haben uns sehr fuer einen 10000 Dollar Teppich interessiert und sogar Tee serviert bekommen :)

Die Reise waere aber lange nicht so interessant gewesen,ohne die Nutzung der verschiedensten Verkehrsmittel zu allen moeglichen Tages und Nachtszeiten um zu diesen Orten zu kommen.

Da gab es die 22 stuendige Zugfahrt von Delhi nach Jaisalmer:Erst haben sich Arbeiter aus den Vororten in den Zug gedraengelt, dann haben uns Wuestenstuerme mit einer dicken Sandschicht bedeckt.

Auch die naechtliche Busfahrt von Jaisalmer nach Jodhpur war ein Erlebnis. Wie Sardienen in der Buechse lagen wir in unserer Koje. Haette ich nicht so noetig auf Toillete gemusst, haette ich die Fahrt fasst genossen. Allerdings moechte ich nicht wissen, wer alles vor mir auf der Matratze geschlafen hat.

Wenig spektakulaer, waren die Fahrten von und nach Pushkar-->Fazit: man kann auch gut mit den billigsten Bussen fahren. Obwohl, wir sind ganz schoen oft bei ueberholmanoevern frontal auf LKW's zugefahren.

Unvergesslich bleibt die Fahrt von Jaipur nach Delhi. Sowieso schon muede von den Anstrengungen der Reise, wurden wir aus dem naechtlichen Zug um 12:45 Uhr rausgeworfen, da wir durch einen Fehler des Ticketverkaeufers ein ungueltiges Ticket in den Haenden hielten. Also hiess es bis 4:30 Uhr auf einem indischen Bahnhof bis auf den naechsten Zug nach Delhi warten. Da wir kaum noch Geld hatten, konnten wir uns nur das billigste Zugticket fuer diesen Zug leisten, was dies hiess, haben wir beim Einsteigen bemerkt:Tausende von Maennern, die sich auf den Sitz-und Liegeplaetzen Stapeln. Joanna und ich waren so muede, dass es uns letzten Endes egal war, welche Fuesse wir im Gesicht hatten und waer unser Haende hielt. Unser unbeaufsichtigtes Gepaeck kam sogar unbeschadet mit nach Delhi mit!

Uebrigens, auch Schlafsaeaele (schreibt man das so???) sind in Indien machbar :)

 

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Fr

13

Nov

2009

Rajasthan

So, es ist wohl mal wieder Zeit, von mir hören zu lassen!!!

Die letzten 9 Tage hatte ich Urlaub und es war in jeder Hinsicht ein sehr gelungener.

Der Höhepunkt war wohl die drei tätige Kamelsafari. Auf dem Rücken meines Kamels Kalu hatte ich sowohl die Möglichkeit die abwechslungsreiche Wüste Thar zu bestaunen und dem Gesang unserer Kamelführer Delboy und Thela (er ist erst um die 12 Jahre)zu lauschen, als auch viel über mich, Indien und die Inder nach zudenken. Letzteres war nicht ganz so einfach. Man fängt an über die Armut der Menschen und Lösungen dafür nachzudenken und verliert sich dabei in einem völligen Gedankenwirrwarr.

Ich hatte auch ein langes Gespräch mit Delboy zu dieser Problematik. Er wohnt in einem kleinen Dorf in dem der überwiegende Teil der Menschen sehr arm ist und schwerste Knochenarbeiten verrichten müssen. So habe ich beispielsweise beobachtet wie Frauen morgens  einen dreistündigen Fußmarsch zu einem Berg verrichteten um dort Steine heraus zu hauen. Das damit verdiente Geld reicht nur für das Nötigste. Gegessen wird nur Chapati mit Chilly, Gemüse gibt es nie. Problematisch sind auch die Wasserversorgung und die Beschaffung von Kleidung. Delboy lebt mit seiner Familie in einer Holzhütte. Er meint, dass sei schon in Ordnung, nur während der Monsum Zeit regnet es durch, dann müssen sie in die Stadt fahren, um sich Plastik zur Verdichtung zukaufen.

 

 

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Fr

13

Nov

2009

Gedanken

Nachdem wir uns bei ABHAS nach nun schon 5 Wochen recht gut eingewoehnt haben und sich eine Tagesstruktur herauskristalisiert hat, sind wir nun auch in der Lage, unser Augenmerk besonders auf die Kinder und ihr verhalten zu legen. Bis jetzt ist es so gewesen, dass wir erst einmal die Arbeitsstrukturen kennen lernen und uns selbst dort hinein finden mussten. Es ist schon recht anstrengend mit den Kleinen (Wir haben diese Woche die kleinen Kinder von 2 bis 5 Jahren uebernommen) zu arbeiten. Sie verlangen viel Aufmerksamkeit und man ist die ganze Zeit in Aktion, aber es macht von Tag zu Tag mehr Spass. Vorallem dann, wenn unser Tagesplan aufgeht, sie gut mitmachen, ein bisschen was an Wissen mit nach Hause nehmen und viel Lachen und Spass haben. Der Vormittag verlaeuft nun schon ziemlich routiniert ab. Wir singen mit den Kindern zu Anfang, dann ueben wir mit ihnen die Zahlen und das Alphabet, danach malen wir und betaetigen uns sportlich. Besonders an dem Springseil haben sie viel gefallen gefunden,und werden auch immer besse. Am Ende des Vormittags helfen wir bei der Essensausgabe. Es ist toll, wie sehr sich die Kinder am Morgen auf einen freuen und mit wie viel Begeissterung sie all dass, was sie von uns lernen, aufnehmen. Doch es gibt nicht nur froehliche Kinder im Center. Einige von ihnen siten oder stehen einfach nur stumm die ganze Zeit da, ihre Taschen staendig in der Hand oder auf dem Ruecken. Sie machen bei keinen Aktivitaeten teil und wirken total abwesend, kaum sieht man sie einmal laecheln. Andere Kinder verhalten sich voellig gegenteilig. Aus ihnen platzt die Energie einfach nur so heraus, was zur Foge hat, dass sie viel Aggresionen in sich haben, die sie beim Pruegeln aus sich heraus lassen. Gerade diesen Kindern faellt es schwer sich zu konzentrieren. Wieder andere Kinder, besonders die aelteren, sind schon in eine richtige Erwachsenenrolle geschluepft. Sie sorgen fuer Ordnung und Gerechtigkeit und unterstuetzen die Lehrer sowohl beim Unterrichten als auch bei der Essensverteilung. Wahrend viele Kinder trotz ihres aermeren Lebens sehr gepflegt wirken gibt es einige Kinder die sehr schmutzig sind, verfilztes Haar haben und in Lumpen herum laufen. All dies sind Eindruecke die ich langsam beginne nicht mehr einfach nur wahrzunehemn, sondern auch darueber nach zu denken versuche und an Loesungen zu arbeiten. Sie beginne ich langsam, mir Zeit fuer die stillen Kinder Zeit zu nehmen um eine Beziehung aufzubauen und bin auch ganz erstaunt wie einfach und auch irgendwie zuegig es doch klappt, bei diesen Kindern vertrauen aufzubauen, auch wenn es natuerlich nur in kleinen Schritten klappt. Es ist nicht so wichtig, ob die Kinder vormittags im Center Rechnen oder Schreiben lernen, sondern, dass sie Zuneigung und Aufmerksamkeit bekommen, sowie einen regelmaessigen Tagesablauf und etwas richtiges zu essen. Viel Kinder sind noch so klein und sollten in erster Linie auch als Kinder aufwachsen. Es ist nicht immer einfach, die Kinder, nachdem sie das Center verlassen haben, in ihrer aermlichen und schmutzigen Umgebung spielen und leben zu sehen. Diese Kinder wachsen so anders auf, als die Kinder in Deutschland und vor diesem Hintergrund ist es Wahnnsinn, dass sie trotzdem leben, irgendwie auch gluecklich sind und viel spass haben und dazu noch lernen. Ich bin sehr gespannt, noch mehr ueber die Kinder und deren Familien zu erfahren, vielleicht sogar bei Hausbesuchen mit den anderen Lehrern und geniesse die Zeit, die ich mit den Kindern verbringe.

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Mo

19

Okt

2009

Diwali

Hallo, tut mir leid, dass ich mich nun schon laenger nicht mehr gemeldet habe, aber mehrere Krankheiten sind dazwischen gekommen. Tatsaechlich bin ich von einem Krankheitsbild in das naechste hinein geraten. Die unschoenste Geschichte, war sicherlich das ploetzliche, sehr hohe Fieber (40 Grad), die hinzu kommenden Verstopfungen und der folgende Ganzkoerper-Ausschlag. Keine Ahnung, was es wahr, obwohl die Symtome an Denque-Fieber oder Thyphus erinnern. Aber egal, jetzt geht es mir wieder gut und ich bin fit. Das war auch wichtig fuer das letzte Wochenende, da Diwali, das Lichterfest, gewesen ist. Einer der wichtigsten Feiertage in Indien. Wir hatten das grosse Glueck Diwali in einer Familie zu feiern. Ein Freund von Joannas Onkel lebt in Nord-Delhi und hat uns eingeladen. Zusammen mit seiner Frau und kleinen Tochter, haben wir die "Puja", also ein feierliches Ritual, vollzogen. Vor einem kleinem Tempel haben wir gesungen, gebetet und verschiedene Zeremonien vollzogen, wie z. B. einen Teller mit einer Kerze geschwenkt und einen roten Punkt auf die Stirn bekommen. Danach haben wir ueberall im und vor dem Haus Kerzen auf gestellt. Es sah wunderschoen aus.

Ansonsten haben wir viele leckere Dinge gegessen, vorallem die Suessigkeiten sind koestlich und haben Feuerwerksknaller gezuendet, obwohl letztere zu den weniger schoenen Dingen an Diwali gehoert. Die Knaller waren ueberdurchschnittlich laut und besonders auf diese schienen die Inder besonders scharf zu sein.

Bei der Familie durften wir sogar schlafen und hatten dem zufolge unser erstes indisches Fruehstuck am naechsten Morgen. Es gab Paranth (gefuellten Fladen) mit scharfer Chutney. Es war lecker und haben uns auch gleich zeigen lassen, wie es zubereitet wird.

Ausserdem waren wir im Lakschmi-Tempel am naechsten Tag. Er war wunder schoen und sehr beeindruckend.

Der Hoehepunkt am gestrigen Tag, war ein abendliches Konzert, zu dem wir mit Nani gegangen sind. Unter anderen ist auch Nanis Enkelin aufgetreten und sie haben Musik aus den 50igern,60igern und 70igern gespielt. Es war wunderschoen und sehr emotional!!!

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Mi

07

Okt

2009

Regestrierung

Hier ein aelterer Artikel, den ich schon vor ein paar Wochen geschrieben habe:

Juhu, wir haben es geschafft uns durch den bürokratischen Dschungel Indiens zu kämpfen und sind nun endlich registriert, dass heißt für dürfen legal ein Jahr in Indien bleiben! Drei Stunden hat uns der Spaß gekostet, nicht eingerechnet die Zeit die wir schon gestern dort verbracht hatten, nur um festzustellen, das wir trotz der Vielzahl an Dokumenten, die wir schon mit hatten, noch einen Brief unserer Nani benötigten der besagt, dass wir bei ihr leben. Auf  Nani komme ich noch später zu sprechen.

Naja, mit drei Stunden sind wir noch Verhältnismäßig gut bei weggekommen und so hatten wir zusätzlich noch einen freien Tag. Den wollten wir auch gleich zum Sightseeing nutzen und entschlossen uns dazu zum Roten Fort zu fahren. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Das Lal Quila, so heißt es auf Hindi, liegt auf der gegenüberliegenden Seite Delhie’s. Um nicht ein halbes vermögen für das Rikscha fahren auszugeben (Na gut, 130 Rupien sind umgerechnet 1, 50 Euro, haben wir haben immer das Gefühl über den Nuckel gezogen zu werden und alles über 100 Rupien für Fahrkosten ist schon ganz schön viel. Also fuhren wir zum ersten und wahrscheinlich auch letztem Male mit einem „Tuk-Tuk“, das uns auf dem zweistündigen Weg nicht nur durch ganz Delhi kutschte, sondern uns auch an zwei Läden auslud, wofür er natürlich ordentlich Provision erhielt!! Dafür kostete uns der Spaß nur 40 Rupien! Nachdem wir Tonnen von Kohlenstoffdioxid eingeatmet hatten wurden wir nicht einmal am offiziellen ausgelassen und mussten noch eine Fahrradrikscha nehmen. Die Inder halten eben zusammen!  

Joanna und ich sehen aber immer alles positiv, so sind wir der Auffassung, dass man so eine Fahrt einfach mal mit erlebt haben muss und obwohl der Fahrradrikscha-Fahrer uns falsch verstanden hatte und einen riieeeesssiiigggggeeeeen Umweg fuhr. Joanna und ich fahren total begeistert. Zwar hatten wir ein schlechtes gewissen dem Rikschafahrer gegenüber, doch war der erste Besuch Old Delhis, bisher waren wir nur in New Delhi, ein Erlebnis. Wir fühlten uns ins 15. Jahrhundert versetzt: Enge Gassen, große Geschäftigkeit, kaum Autos, dafür viele Radwagen, die Meterhoch beladen sind und von Menschenkraft bewegt werden. Diesen Treiben ist eigentlich gar nicht mit Worten zu beschreiben. Schon von New Delhi waren beeindruckt. Es sind nicht die Gebäude oder Straßen, die Delhi ausmachen. Es sind die Menschen. So viele hilfsbereite Menschen auf einem Fleck habe ich noch nie kennen gelernt. Sie sind immer bemüht einem zu helfen und nehmen sich viel Zeit dafür. Dennoch passiert es uns oft in erst einmal in 5 verschiedene Richtungen geschickt zu werden, bevor wir den gesuchten Ort finden.

Wir haben noch keinen Supermarkt gefunden. Dafür gibt es immer kleine Geschäfte, in denen man das eine oder andere bekommen kann! Der Copyshop beispielsweise war in einer kleinen Nische im freien versteckt und bestand aus….einem Kopierer! An jeder Straßenecke findet man Schuhputzer, Barbiere, Bügler und Obststände.

Obwohl wir am Morgen unseres ersten Tages hier in Delhi ganz schön überfordert waren (Besonders mit dem Verkehr und den dadurch bedingten Abgasen und der dazugehörenden Geräuschkulisse (es wird pausenlos gehupt). Außerdem lief uns gleich ein Taschendieb in die Arme), haben wir Alaknanda, unser Stadtviertel, schätzen gelernt. Mittlerweile kennen wir uns hier gut aus und fühlen uns sehr wohl. Gleich in der Nähe gibt es einen Markt auf dem es alles gibt: Banken, kleine Imbissbuden, Lebensmittel- und Handyläden, Foto- und Copyshops….selbst eine kleine Stammschneiderei haben wir gefunden, bei der wir gestern unsere ersten selbstgeschneiderten Salva Kamis (Kleidung für indische Frauen, bestehend aus einer Hose, einem bis zu den Knien reichendes Oberteil und einen Schal, immer sehr farbenfroh) abgeholt haben. Heute haben wir einen riesigen wunderschönen Park nur 500 Meter von uns entfernt entdeckt, in dem wir uns erholen und laufen gehen wollen. Außerdem versuchen wir Yoga- und Hindiunterricht zu nehmen. Ein paar Stunden hatten wir schon Hindiunterricht und wir sind wirklich fleißig am lernen.

Wir wohnen bei Nani, „Nani“ bedeutet Großmutter in Hindi, so möchte die ältere Frau genannt werden Mich nennt sie übrigens Sona, was soviel wie Glück bedeutet. Unsere Nani tut wirklich viel für uns. Ich glaube sie ist für indische Verhältnisse überdurchschnittlich wohlhabend, sie sagte, dass ihre Familie früher einmal reich gewesen sei und ihr verstorbener Mann von Königen abstamme. Ob das stimmt weiß ich nicht, Nani erzählt immer viel. Dennoch haben wir ein schönes kleines Zimmer für uns alleine sowie ein Bad. Die ganze untere Etage ist ungenutzt, sodass wir sozusagen auch eine eigene Küche und Esszimmer haben. Soviel Privatsphäre ist in Indien eigentlich selten.

Zur Arbeit nehmen wir die Rikscha. Hier, in Tughlakabad haben wir auch unsere ersten Affen gesehen.

Momentan haben wir nur beobachtet. Die kleinen Racker, nicht die Affen, sondern die Kinder, sind ganz scharf auf die Luftballons. An dieser Stelle noch einmal Danke, Katrin. Alles verläuft hier ein bisschen zähflüssig und soviel ungenutzte Zeit frustriert uns ein bisschen. In den Mädchen steckt wirklich viel potential und wir würden am liebsten gleich durchstarten. Man lässt uns nur noch nicht so richtig, aber wir waren ja auch erst dreimal dort. Tuglahkabad ist der Wahnsinn. Kleine schiefe Hütten an Sandwegen und viel Müll bilden das „Dorf“. Neben Hunden laufen Kinder, Kühe und Schweine laufen mitten auf der Straße, dazwischen springen noch ein paar Affen…

So, genug für heute, das nächste mal gibt es mehr zu berichten. Mir geht es hier sehr gut und ich genieße alle Eindrücke in vollen Zügen,

eure Sarah

 

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So

04

Okt

2009

Taj Mahal

 

Hey, hey,

ratet mal von wo ich euch gerade schreibe…. von Agra!!! Die Entscheidung das verlaengerte Wochenende fuer diesn Ausflug zum Taj Mahal zu nutzen viel relative spontan aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Alles im allen ist Agra ein bisschen kleiner und ruhiger als Delhi, ein bisschen doerflicher irgendwie, wenn gleich die Rikkscha-Fahrer und Verkaeufer etwas hartneckiger sind.

Das Taj Mahal zu sehen ist der Wahnsinn, noch nie habe ich so ein beeindruckendes Gebaeude gesehen, als wir tatsaechlich davor standen konnten wir gar nicht glauben, dass es echt sei, sondern stattdessen nur auf den Horizont geklebt worden ist. Dem war natuerlich nicht so!

In vollen Tuegen konnten wir den Besuch des riesigen Bauwerks allerdings nicht geniessen: Beim Ticketschalter wurde uns faelschlicherweise das Ticket fuer 1100 statt fuer 750 Rupien verkauft, wie wir spaeter bemerkt hatten. Allle moeglichen Massnahmen zum wiedererhalt des Geldes schon vorher duchgespielt (mit Polizei drohen, Sitzblockade, Heulen…Wir hatten ja leider keinen Beleg) gingen wir also wieder zum Ticketschalter. Voellig ueberraschend uebergab uns der Mann am Ticketschalter  sang- und klanglos zurueck, der Tag war gerettet!!

Der Mann wusste genau was wir von ihm wollten und er schien es einfach mal probiert zu haben seinen persoenlichen Reichtum zu vermehren, wenn gleich man sicherlich nicht von Reichtum sprechen sollte.

Natuerlich haben wir auch alle anderen SEhenswuerdigkeiten Agras abgeklappert. Dazu hatten wir unseren persoenlichen Rikscha-Fahrer, der witziger Weise von sich immer in der 1. Person Plural sprach, erst dachte ich er haette ein ganzes Unternehmen.

Die Zugfahrt nach Agra war irgendwie auch aufregend aber nicht spektakulaer, Vom Landschaftsbild her haetten wir ueberall auf der Welt sein koennen: Aecker, Wiesen, ein paar Baeume… Dabei war ich so neugierig auf Indiens Natur, schliesslich verliessen wir zum ersten Mal Delhi.

Trotzdem war die Zugfahrt, wie man sie sich vorgestellt hatte: Voll, viele Bettler, schreiende Essensverkaeufer und mitten drinn zwei junge Maedels die ersteinmal durch den ganzen Zug rennen um ihr Abteil zu finden

 

Generell muessen wir beide (Joanna und ich) schon etwas vorsichtig mit dem indischen Maennern verfahren, Alle sind nett, aber alle wollen auch mehr oder weniger  “slowly, slowly”(die Lieblingsfloskel unseres letzten Verehrers, der uebrigens mindestens 35 Jahre alt war), dass sich eine Freundschaft und dann noch viel mehr entwickelt! All dies nur auf Grund unsere Hautfarbe, irgendwie tut mir das Leid. Manchmal ist es ganz witzig und nuetzlich, so erhalten wir Einladungen zu Festen oder ueberlegen uns schon, ob wir fuer die tausenden von Fotos, die sie mit uns machen wollen, Geld nehmen.  Manchmal ist e saber auch sehr nervig und teilweise wiederlich.

Die moisten Maennschen hier sind aber wirklich total nett!

Langsam machen wir auch schon Fortschritte bei uns auf Arbeit. Vormittags duerfen wir Kinder im Alter zwischen 2 und 10 Jahren betreuen. Wir bringen ihnen etwas Englisch bei, malen und machen ein paar Bewegungsspiele mit ihnen. Wir haben schon eine ganz gute Strucktur  hineingebracht und es macht wirklich spass, zu sehen wieviel Freude es den Kindern bereitet und wie schnell sie lernen. Es ist aber auch sehr anstrengend. Nachmittags verlaeft fuer uns alles noch etwas ruhiger. Da Vormittags ja nur Kinder da aind, die entweder zu jung fuer die Schule sind oder Dropouts sind (also Schulabbrecher), keonnen wir mit diesen Kindern nicht viel Falsch machen, also warden wir dort rann gelassen. Bei den Scholarship- Maedel sieht das anders aus. Also beobachten wir noch viel, bzw. nutzen die ein oder andere Zeitspanne um mit ihnen Englisch sprechen zu ueben, was das eigentliche Manko bei  ihnen ist, oder erzahlen etwas von Deutschland und unser leben dort.

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Fr

25

Sep

2009

Kinder, Kinder

Heute durfte ich einen Wunderschoenen, aber zugleich auch befremdlichen und zum Nachdenken anregenden Tag auf Arbeit erleben. Mit zwei Studenten sind wir Vormittags durch Tughlakabad Village gelaufen und haben mit den Bewohnern iInterviews gefuehrt. Es war sehr interessant etwas ueber ihre Wohngegend aus ihrem Blickwinkel zu erfahren. Dabei gab zum Ausdruck, das ihr groesstes Problem die sclechte Infrastruktur ist. Am schlimmsten ist es mit dem Wasser, dieses steht ihnen nur im geringen Masse zur verfuegung und sie muessen es fuer teures Geld kaufen. Oft werden die Kinder nicht zur Schule geschickt, da die Eltern ebenfalls nicht unterrichtet wurden und sie daher den Sinn in Bildung nicht sehen. Schliesslich kommen sie auch zurecht. Die Maedchen passen tagsueber auf ihre kleinen Geschwister auf und fast nie verlaesst jemand sein Slum, sodass sie auch kein Englisch benoetigen.

Danach haben wir den Kindergarten besucht. Die Kleinen bekommen dort Betreuung, etwas zuessen und werden teilweise unterrichtet. Ich habe ein langes Springseil mitgebracht mit dem wir alle viel Spass hatten, auch wenn die Spruenge noch nicht optimal geklappt haben.

Nachmittags ist wieder die Arztin gekommen um die Maechen zu untersuchen, viele von ihnen sind nicht gesund und leiden vorallem an Blutarmut. Joanna und ich duften die Maedchen wiegen und Vermessen.

Spaeter habe ich dem Nachmittagsunterricht beigewohnt. Da die Lehrer immer etwas spaeter kommen, fand ich mich auf einmal alleine vor ca. 40 Schuelerinnen wieder. Ihr Englisch ist schon wirklich gut, nur koennen sie es leider noch nicht ganz in Saetzen anwenden, was wir versucht haben mit ihnen zu ueben, sich aber als schwierig herrausstellte, ganz ohne Unterrichtsplanung. Die richtigen Lehrer haben sich einfach zurueck gezogen!

Irgendwann haben wir gemeinsam gesungen und getanzt, sowohl indisch als auch deutsch. Es hat total spass gemacht.

Sehr seltsam ist, dass wir wie Superstars behandelt werden: Jeder hat sich gefreut, wenn man ihn persoenlich angelaechelt hat oder ihm von uns die Hand gegeben wurde. Sie wollten sogar Autogramme von uns, dabei sind wir doch nur normale Menschen!!

Nach einem halben Jahr finden sie uns bestmmt total langweilig!!

 

 

 

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Sa

19

Sep

2009

Erste Tage in Delhi

Halloechen aus Indien. Ich bin gerade meine ersten drei Tage hier und stuerze von einem Abenteuer in das naechste. Leider habe ich noch keinen Internet Anschluss, sodass ich von dem Computer meiner Orgasination schreiben muss. Daher auch die oe`s , ae`s, ue`s und ss :)!!

Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Der Flug verlief relativ unspektakulaer. Die erste Etappe nach Dubai war allerdings noch etwas von der Abschiedsstimmung gedrueckt: Ein Jahr ohne Familie und Freunde!

Am Indira Gandhi Flughafen angekommen hat die Indische Kultur uns sofort in sich aufgenommen. So dauerte es verstaendlicher Weise erst einmal einige Zeit 10 Freiwillige plus Gepaeck in drei Autos zu quetschen. Nachdem das unmoegliche moeglich gemacht worden ist ging es rein in den indischen Verkehr. Autos, Busse, Rikschas und Faraeder draengeln sich hier alle nebeneinander auf einer drei Spurigen Strasse, dabei wird mal links, mal rechts ueberholt. Weder gibt es Verkehrszeichen noch wird der Blinker genutzt. Meist reicht ein kurzes hupen um deutlich zu machen wo man lang moechte. Durchnaesst von der Hitze, die nicht unaushaltbar ist, einen aber dennoch zum Schwitzen bringt, waren wir erleichtert,  Ritas, von Ventilatoren gekuehlten, Haus zu betreten. Der Raeucherstaebchengeruch war ziemlich stark und gewoehungsbeduerftig!!! Von dort ging es fuer mich und Joanna zu unserem neuen zuhause bei unserer "Nani", was Grossmutter in Hindi bedeutet. Sie moechte so genannt werdem. Ich heisse mun uebrigens Sona, zu deutsch Glueck.

Wir haben es bei Nani verhaeltnismaessig sehr luxurioes. Zwar waschen wir uns aus einer grossen Tonne mit kaltem Wasser, das wir per Schoepfeimer ueber uns giessen und der Ventilator ist ziemlich geraeschvoll, doch teilen wir uns nur zu zweit ein Zimmer und haben unser eigens Bad.

Leider muss ich den Bericht nun unterbrechen. Joanna und ich muessen los. Mir geht es hier jedoch super und werde bald mehr schreiben

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Amritsa

Gestern Nacht bin ich von einer viertägigen Reise nach Amritsar wieder gekommen und wie nach jedem Ausbruch aus meinem Alltag in Delhi, bin ich nun wieder gefüllt mit neuen Eindrücken, Wissen, Erlebnissen und Erkenntnissen. Aber ich will von vorne anfangen zu erzählen und wie fast immer auf einer Reise durch Indien steht zu Beginn eine (lange) Zugfahrt. 10 Stunden lang ist unser Zug durch die grünen Weizenfelder der flachen Bundesstaaten Haryana und Punjab gezuckelt bis wir nachmittags dann endlich in Amritsar, dem Mittelpunkt der Sikhgemeinde (sie macht ein Prozent der indischen Bevölkerung aus) angekommen sind. Das Punjab der Staat der Sikhs ist, wurde uns schon zu beginn der Zugfahrt bewusst: überdurchschnittlich viele Reisende trugen Turban und Bart, in Amritsar selbst hat man kaum einen Inder ohne Genanntes angetroffen.

Noch einen Satz zum Zug fahren: Es ist extrem Anstrengend!!! (kein Platz, Urin Geruch, Laut, viele Menschen…)

Nach Amritsar sind wir natürlich wegen des berühmten GOLDENEN TEMPELS gereist.

Er ist atemberaubend schön, wie er da so in der Mitte eines Wasserbeckens steht, umgeben von der weißen Anlage und in der Sonne strahlt. Obwohl so viele Pilger sich jeden Tag auf der Tempelanlage aufhalten ist die Stimmung ruhig und friedvoll, wozu der Gesang Ragis aus dem heiligen Buch der Sikhs beiträgt. Auch innerhalb des Tempels ist es wunderschön. Lange Zeit saßen wir einfach nu an einem der Fenster auf dem Teppich, haben uns die wunderschönen Verzierungen angesehen und unsere Gedanken treiben lassen.

Übernachtet haben wir zwei Nächte lang in einem der 5 Pilgerheime, in denen man umsonst nächtigen darf. 100erte von Pilgern haben in dem riesigen Innenhof unter freiem Himmel in dicken Decken geschlafen. Uns wurde ein Bett in einem Schlafsaal zur Verfügung gestellt, waschen konnte man sich in einem Gemeinschaftsbad. Es war eine tolle Erfahrung mit so vielen Menschen einzuschlafen und zusammen zu leben. Am besten hat mir jedoch, wie sollte es auch anders seinJ, die Küche gefallen. Bis zu 40000 Pilger bekommen hier täglich kostenlos zu essen. Es ist der Wahnsinn. hunderte Freiwillige (unter ihnen auch Joanna und ich) schnippeln rund um die Uhr Unmengen von Gemüse, kochen Dhal, backen Rotis, verteilen Essen oder Waschen Teller. Alles ist genau durch geplant, jeder hat seine Aufgabe. Wenn man die Küche betritt, bekommt man erst einmal seinen Teller in die Hand gedrückt, danach betritt man eine der beiden Essenshallen, wo man sich auf die in reihen ausgelegte Kokusmatte setzt. Dann kommen die Essenverteiler und füllen einem Reis, Kheer (Milchreis), Dhal und Sabzi (Gemüse) auf. Auch ein Roti man kommt vorbei und schmeißt dir die Rotis in die offenen Hände. Das Essen war richtig gut!

Joanna und ich haben viel Zeit in der Küche verbracht, vor allem um mitzuhelfen. Innerhalb von drei Tagen habe ich Kartoffel, Möhren und Ingwer zerkleinert, Mandeln gehackt, Knoblauch geschält und Erbsen gepult. Zusammen mit Frauen und Männern saßen wir auf dem Boden, haben geschnippelt und dabei nette Menschen kennen gelernt. Die Töpfe in denen das Essen gekocht wurde waren riesig, so groß wie die bei Asterix und Obelix, wie große Whirlpools. Es gab auch eine Rotimaschine, die Rotis kamen hier hintereinanderweg vomLaufband. Nichts des to trotz wurden auch Rotis noch per Hand gemacht. Natürlich durften auch da Joanna und ich nicht fehlen. Zwar wurden unserer Rotis nicht ganz so rund wie die von den geübten und teilweise sogar festangestellten bärtigen Männern, doch hatten wir alle viel Spaß.

Abends sind wir oft noch durch die kleinen Gassen von Amritsar geschlendert. Unter anderem waren wir auch in einem nahegelegenem Park, in dem ein britischer Offizier 1919 auf eine, aus 20000 friedlichen Demonstranten bestehende, Menschenmenge ohne Ankündigung schießen ließ. Es gab hunderte Tote und tausende Verletzte.

Eigentlich wollten wir bis Sonntag in Amritsar bleiben, haben jedoch eine Familie kennen gelernt, die in einem nahe gelegenem Dorf wohnt und uns zu sich nach hause eingeladen hat. Die Chance, endlich auch einmal das Dorfleben in Indien kennen zulernen, haben wir natürlich wahr genommen. So ging es schon am Samstag los. Erst einmal zur pakistanischen Grenze. Dort wird täglich zur Grenzschließung um 17:30 Uhr ein riesen Spektakel veranstaltet. Sowohl auf der indischen als auch auf der pakistanischen Seite sind Tribünen aufgebaut, auf denen Menschen sitzen um ihre jeweilige Armee laut stark anzufeuern. Es wurde laute Musik gespielt, Sprechchöre gerufen und die (riesigen) Soldaten, haben versucht mit einem längeren Atem zu schreien als die sich auf der anderen Seite befindenden Soldaten. Es war ein ganz schönes Theater, was zwar sehenswert war, aber in meinen Augen auch sehr erschreckend. Was geht da nur vor sich??? Ich musste richtig meine Tränen zurückhalten. Menschen, deren Großeltern noch miteinander gespielt hatten stehen sich nun so feindselig gegenüber und versuchen sich öffentlich auszubuhlen…

Die Zeit auf dem  Dorf mit der Familie habe ich sehr genossen. Sie haben uns viel erklärt und gezeigt, was wir ohne sie nie zu sehen bekommen hätten. Die frische Luft war einzigartig und auch die Ruhe habe ich sehr genossen.

Am Sonntag wurden wir von der Familie zurück zum Bahnhof in Amritsar gebracht. Es ging wieder zurück in unser liebgewonnenes Delhi.